Wenn Inhaber:innen uns nach Google-Ads-Kosten fragen, meinen sie meistens zwei sehr unterschiedliche Dinge: das Werbebudget, das an Google fließt, und das Honorar für die Betreuung. Beide Beträge zusammen ergeben Ihre tatsächlichen Marketingkosten — und nur wenn beide gut zueinander passen, rechnet sich das Ganze.
Die zwei Budgets, die Sie kennen müssen
Werbebudget ist der Betrag, den Google für ausgespielte Anzeigen abrechnet. Er fließt direkt von Ihrem Konto an Google und ist vollständig flexibel: Sie können ihn jederzeit erhöhen, senken oder pausieren. Das Agenturhonorar bezahlt die Strategie, das Setup und die laufende Betreuung. Bei seriösen Anbietern ist es klar vom Werbebudget getrennt — keine Provisionen, keine Aufschläge auf Ihre Klicks.
Warum das wichtig ist: Wenn Honorar und Werbebudget verschmelzen (z. B. „15 % vom Mediaspend"), entsteht ein Interessenkonflikt. Die Agentur verdient mehr, je mehr Sie ausgeben — auch dann, wenn ein kleineres, präziseres Budget für Sie besser wäre.
Was kostet ein Klick wirklich?
Klickpreise (CPC) schwanken extrem nach Branche und Wettbewerb. Als grobe Orientierung für den deutschsprachigen Raum:
- Lokale Dienstleister (Handwerk, Gastro, Beauty): häufig 1–4 €
- E-Commerce mit moderatem Wettbewerb: 0,30–1,50 €
- B2B-Dienstleistungen, Beratung, SaaS: 4–15 €
- Stark umkämpfte Themen (Anwälte, Versicherung, Krediti): 10–40 €
Konkrete Zahlen für Ihre Branche bekommen Sie erst nach 2–4 Wochen echter Datenlage. Jede Prognose davor ist eine Indikation, kein Versprechen — Vorsicht bei Agenturen, die schon im Verkaufsgespräch mit exakten CPCs hantieren.
Was sollte ein Agenturhonorar enthalten?
Ein faires Honorar deckt die Aufgaben ab, die laufend nötig sind, damit ein Konto nicht in den Autopilot kippt: Strategie, Kampagnen-Aufbau, Anzeigen- und Asset-Pflege, Gebotssteuerung, Conversion-Tracking, Auswertung und ein verständliches Reporting. Setup-Pauschalen am Anfang sind üblich, weil das saubere Aufsetzen eines Kontos einmaliger Mehraufwand ist.
Was Sie hellhörig machen sollte: Honorare, die nur den Account-Login enthalten, aber für jede inhaltliche Änderung extra abrechnen. Oder Agenturen, die Ihr Konto auf einem eigenen MCC anlegen und nicht herausgeben wollen — Ihr Werbekonto gehört immer Ihnen.
Realistische Einstiegsbudgets nach Branche
Damit Google heutige Smart-Bidding-Algorithmen sinnvoll lernen können, braucht ein Konto eine Mindestzahl an Conversions pro Monat (ungefähr 15–30, je nach Kampagnentyp). Daraus ergibt sich, ab welchem Budget Google Ads für eine Branche überhaupt seriös funktioniert:
- Lokales Handwerk, Gastronomie, Beauty: ab ca. 300–600 €/Monat Werbebudget
- E-Commerce: ab ca. 600–1.500 €/Monat, je nach Produktmarge
- B2B / hochpreisige Dienstleistung: ab ca. 1.000–2.500 €/Monat
Liegen Sie deutlich darunter, ist Google Ads nicht automatisch raus — manche lokalen Nischen funktionieren auch mit 200 €/Monat. Es heißt nur: Wir müssen die Erwartung und die Kampagnenstruktur entsprechend zuschneiden.
Versteckte Kosten, die viele übersehen
Drei Posten, die bei der Budgetplanung gerne untergehen:
- Landingpage-Qualität. Wer Klicks kauft, aber eine langsame oder schwache Zielseite hat, bezahlt doppelt: höhere CPCs (wegen schlechterer Qualitätsfaktoren) und niedrigere Conversion-Rate.
- Tracking-Setup. Conversion-Tracking, Consent-Mode, Enhanced Conversions — heute Pflicht, nicht Kür. Wenn das einmalig sauber gemacht wird, spart es jeden Monat Streuverluste.
- Lernphase. Die ersten 2–6 Wochen kosten Geld, ohne dass die Ergebnisse repräsentativ sind. Wer hier nervös wird und ständig umstellt, verlängert die Phase nur.
Fazit: Womit sollten Sie planen?
Eine ehrliche Faustregel: Planen Sie das Werbebudget so, dass Sie mindestens 3 Monate durchhalten — auch wenn die ersten Wochen suboptimal laufen. Rechnen Sie das Agenturhonorar als feste Größe ein, nicht als Prozentsatz. Und vergleichen Sie Angebote nicht über den absoluten Betrag, sondern über das, was konkret monatlich passiert.
Wenn Sie eine Einschätzung wollen, ob Ihr aktuelles Budget zur Branche passt — oder ob Sie aktuell zu wenig oder zu viel investieren — schauen wir uns das gern unverbindlich an.
